Ein Musikerherz hat aufgehört zu schlagen, eine Lebensmelodie ist verklungen, ein Platz in unserem Orchester bleibt jetzt leer – traurig müssen wir von unserem lieben Franz Vogl Abschied nehmen.
Ein Flügelhornist mit Leib und Seele. Über viele Jahre prägte er unser Vereinsleben als verlässlicher Wegbegleiter, guter Freund und vor allem als Mensch mit großem Herzen. Er hatte stets ein offenes Ohr für seine Kameraden und war für viele eine Art Musikerpapa mit Erfahrung, Gemütlichkeit und Umsicht. Durch seine Herzlichkeit und seinen Humor bereicherte er das Vereinsleben und die Gemeinschaft.
Die musikalische Laufbahn startete Franz mit 16 Jahren in der sogenannten Höbarth-Kapelle, und er half durch seine 18-jährige Tätigkeit als Obmann Stellvertreter beim Aufbau des heutigen Musikvereins. Das Flügelhorn war in all diesen 63 Jahren sein Begleiter und er wirkte bei unzähligen Auftritten, Konzerten und Ausrückungen mit. Besonders wichtig war ihm neben der Musik die Gemeinschaft, das gemütliche Beisammensein, der Austausch und die gute Stimmung untereinander und natürlich auch das eine oder andere Achterl Wein – das gehörte dazu.
Rechnen wir einen durchschnittlichen Zeitaufwand eines Musikerjahres auf, so warst du ungefähr 22.491 Stunden für und mit uns unterwegs, hast Musik und Tradition gelebt, Menschen in freudvollen und traurigen Stunden begleitet, warst bei (fast) jedem Schwank und Spaß dabei, hast Freude und Freundschaft verbreitet. Wir dürfen uns glücklich schätzen mit dir diesen Weg gemeinsam erlebt zu haben – DANKE für jede einzelne MINUTE.
Deinen letzten Wegabschnitt beschreiten wir schweren Herzens, doch wir gehen ihn in Erinnerung an unsere freudige und schöne Zeit. Und genau diese Erinnerungen und dein prägendes Wirken wird uns weiterhin begleiten.




Welche große Lücke dein Ableben hinterlässt, zeigt ein von Georg Zwettler verfasstes Gedicht:
Franz Vogl,
geboren im 47er Joahr,
da Kriag woar seit 2 Jahren goar,
des woar sicha koa leichte Zeit,
aber mit an kloan Buam hatten d´Eltern fü Freid.
Mit 16, der Franz woa a junger Spund,
hot si denkt, waun i do a Instrument spüln kunnt.
Hot an Schnösiedakurs in der Blumau daun gmacht,
des hot eam schließlich zur Musi brocht.
Im 63er Joahr woars soweit,
da Franz hot sie übern erstn Musiauftritt gfreit.
Da Martin Luther „had a Dream“,
da Kennedy woar in Berlin,
daun hams eam boild a nu daschossn,
D´Amerikaner haum vü Tränen vergossn.
Vü in da Wölt is do passiert,
da Franz hot sie aber auf d´Musi konzentriert.
Wos bei da Musi passiert is,
da wird net vü gredt,
di Oidn hoiltn dicht, des is a Gfret.
oba manchmoil heat ma do a poar G´schichtn,
und darüber mecht i a bissal berichtn.
Es woar amoil a wichtige Spülarei,
hoaß woars, a poar Bier, scho woan a poar high.
Irgndwaun is da Franz a hoam gaungan,
do hot eahm schon d´Vawandschaft empfaungan,
sein Duarscht, hot a sicha bei da Erna obiasst,
weil a agrat d´Vawandschaft er zwoamoil hot griasst
In Gearms hobn olle den Franz schon kennt,
in da erstn Reih in da Mittn is er grennt.
Oft haum d´Musikantn die Mess im Wiartshaus vabrocht,
und durt a gaunz schene Zech zsamm brocht,
woar koa Zeit bei dem Stress um zum Zoihn nu bleibn,
haums gsagt „a loss mas am Vogl Franz aufschreibn“.
d´Wiartsleit haum des a earnst gnumma,
a poar Wochn späta is d´Rechnung hoam kumma.
A Marschwertung woars,
d´Musikanten woilltn net hoam,
zum Franz in Meinhoats miass ma zubi foahrn.
A Registakolleg mit Hunga und Durscht,
woillt wos essn, wos des woar eam wuarscht.
Hühnerhinterfüße muass er beissn,
und an Lita Mülch nochi schmeissn,
hot daun schnöll renna miassn in Goartn,
wo er di Hinterfüße hot wieder valoarn.
In Griasboch am Musifest miass ma a sein,
do woar a dei Tochta Kathi dabei,
do woarst a ganz schen nervöser Papa,
weil die Kathi mit die Zwetller Buam wor in da Bar,
host oiweil einagschaut ob eh nix passiert,
und obs des oane Bacardi Cola eh net zvül gspiart.
Mitn Werner di Foahrgemeinschoft is a a Freid,
weil der geht a net hoam bei da Zeit,
do is a net gfährlich beim Ochtl dringa,
weil da nichtane duart den aundan sicha hoam bringa.
Wia i 14 woa, bin i a zua Musi gaunga,
da Franz hot mi glei freindlich empfanga,
Mit „Griaß Gott Herr Vogl“ bin i auf Prob kumma,
mit „es gibt koan Hernn Vogl“ hot a ma jede Angst gnumma.
wuarscht wia oidst und wearst a bist,
des hast du Franz imma gwisst,
zsammhoitln und bei da Haund gnumma,
nua so kaunnst bei an Verein weita kumma.
ausgredt ghearts, waun irgendwos is,
nua so gibt’s an Erfoig des is gwiss,
Obmaunn Stövatrater woast lange Zeit,
host vül bewegt und des mit vül Freid,
host di engagiert,
host uns motiviert,
haum ma vü erlebt,
host vü mit uns gredt,
des ani und aundare Ochtl drunga,
wauns passt hot a a Liadl gsunga,
a Voabüld fia jung und oid,
a richtiga Musikant hoid.
A schwierige Zeit is daun kumma,
deine wechn Fiaß haum da vül Lebensfreid gnumma,
du host di net aufgebn und es is bessa woarn,
und bist endlich wieda zua Musi gfoahrn,
wost daun dalebt host hest a net glaubt,
host mim Paul a neichs Musiheim baut.
Jetzt bist bei uns scho üba 50 Joahr,
die Goidane Medailln host scho laung des is kloa,
zu dein Siebzga derf ma heit do sein,
bei an Bia und an guatn Glasl Wein,
Wia woilln nu vül Zeit mit dir verlebn,
und dir dafia a wos zruck gebn,
a Biachl hot die Petra für di gmacht,
bei maunchn Büldl haum ma gaunz schen vül glacht,
Wir wünschen dir vü Gsundheit, vü Freid, a recht a langs Leben,
und vüle Joahr bei da Musi mit dir soills nu gebn.
Nein Joahr späta is da Tog jetzt kumma,
dass da Herrgott hot di aufi gnumma,
Den Tog haum ma olle gfiacht,
dass ma di bei unserer Musi nie mehr siacht.
Vü zfria – warum – so vüle Frogn,
und koa Zeit gwesn, richtig Daunkschen zu sogn.
Wos bleibt san die vüln Spuren, die´s d´hast hinterlossn
und die werdn a laung net verblossn.
Und jeds Moi waunn ma aufmarschiern,
wirst in unsre Herzn mitmusiziern.
Danke, lieber Franz.
Ruhe in Frieden!

